Umziehen mit ADHS: So wird das Packen leichter
Ein Umzug bedeutet Veränderung, viele Entscheidungen und unzählige Aufgaben. Für Frauen mit ADHS kann diese Zeit besonders anstrengend sein. Plötzlich muss entschieden werden, was mitkommt, was entsorgt wird und in welche Kiste jeder einzelne Gegenstand gehört.
Vielleicht stehst du vor einem vollen Schrank und weisst nicht, wo du anfangen sollst. Oder du beginnst an mehreren Orten gleichzeitig, ohne etwas fertigzustellen. Je näher der Umzugstermin rückt, desto grösser werden der Stress und die Überforderung.
Das hat nichts mit Faulheit oder fehlendem Willen zu tun. Bei einem Umzug sind besonders viele Fähigkeiten gefragt, die mit ADHS oft herausfordernd sind: planen, priorisieren, Entscheidungen treffen und über längere Zeit bei einer Aufgabe bleiben.
Umziehen mit ADHS: Warum das Packen so schwierig sein kann
Umziehen mit ADHS kann besonders belastend sein, weil in kurzer Zeit sehr viele Entscheidungen getroffen und Aufgaben organisiert werden müssen.
Beim Packen hältst du ständig Dinge in den Händen, die Erinnerungen oder Gefühle auslösen. Bei jedem Gegenstand musst du eine Entscheidung treffen.
Brauche ich das noch?
Soll es mitkommen?
Kann ich mich davon trennen?
Wohin gehört es im neuen Zuhause?
Diese vielen kleinen Entscheidungen kosten viel Energie. Wenn zusätzlich eine ganze Familie mitzügelt, wird die Aufgabe noch grösser. Neben den eigenen Sachen müssen auch Kleidung, Spielsachen, Bücher, Küchenutensilien und persönliche Dinge der anderen Familienmitglieder organisiert werden.
Kein Wunder, wenn du irgendwann nur noch Kisten siehst und am liebsten gar nichts mehr anfassen möchtest.

Vor dem Packen aussortieren
Ich empfehle meinen Kundinnen, nicht einfach alles ungeprüft in Umzugskartons zu packen. Ein Umzug ist eine gute Gelegenheit, den eigenen Besitz bewusst anzuschauen.
Was wird im neuen Zuhause wirklich gebraucht?
Was wird gerne benutzt?
Was wird geschätzt?
Was liegt schon lange ungenutzt herum?
Alles, was nicht mehr gebraucht wird, muss nicht eingepackt, transportiert und später wieder ausgepackt werden. Dadurch sparst du Zeit, Kraft, Platz und oft auch Umzugskosten.
Wichtig ist, dass du nicht versuchst, die ganze Wohnung an einem Tag auszusortieren. Beginne mit einem kleinen und überschaubaren Bereich. Das kann eine Schublade, ein Badezimmerfach oder eine Kategorie wie Handtücher sein.
Jede Entscheidung, die du bereits vor dem Umzug triffst, erleichtert dir den Start im neuen Zuhause.
Aussortieren und Packen Schritt für Schritt
Bei meinen Einsätzen sortiere ich gemeinsam mit meinen Kundinnen zuerst aus. Dabei entstehen klare Kategorien:
Behalten
Entsorgen
Verschenken
Verkaufen
In einen anderen Raum bringen
Danach verpacken wir nur noch die Dinge, die tatsächlich mitkommen sollen. So bleibt der Ablauf übersichtlich und die Kartons füllen sich nicht mit Dingen, die später doch wieder aussortiert werden.
Gerade bei ADHS kann es sehr entlastend sein, wenn jemand dabeibleibt, Entscheidungen begleitet und den Überblick behält. Du musst nicht alles allein schaffen.
Umzugskartons richtig beschriften
Jeder gepackte Karton wird sofort beschriftet. Ich notiere darauf, was sich darin befindet und in welches Zimmer der Karton im neuen Zuhause gehört.
Nur «Küche» auf eine Kiste zu schreiben, ist oft zu wenig. Hilfreicher ist eine genauere Beschriftung, zum Beispiel:
Küche: Backformen und Vorratsdosen
Schlafzimmer: Winterkleider
Büro: Versicherungen und wichtige Unterlagen
Kinderzimmer: Bücher und Bastelsachen
So findest du später schneller, was du suchst. Auch die Umzugshelferinnen und Umzugshelfer wissen sofort, wohin jede Kiste gehört.
Für die verschiedenen Räume kannst du zusätzlich unterschiedliche Farben verwenden. Ein grüner Punkt steht zum Beispiel für die Küche, ein rosa Punkt für das Schlafzimmer und ein blauer Punkt für das Badezimmer. Die gleichen Farben kannst du an den Türen im neuen Zuhause anbringen.
Eine Kiste für die ersten Tage
Packe für jedes Familienmitglied eine Tasche oder Kiste mit den wichtigsten Dingen für die ersten Tage. Dazu gehören zum Beispiel Kleidung, Medikamente, Ladekabel, Toilettenartikel und wichtige Dokumente.
Auch eine Kiste für die erste Nacht ist hilfreich. Darin können Bettwäsche, Handtücher, WC Papier, etwas Geschirr, Getränke und kleine Snacks verstaut werden.
Diese Kisten sollten nicht irgendwo im Umzugswagen verschwinden. Nimm sie wenn möglich direkt im Auto mit. So musst du am ersten Abend nicht erschöpft mehrere Kartons durchsuchen.
Du musst einen Umzug nicht allein bewältigen
Ein Umzug darf anstrengend sein. Du musst dabei nicht perfekt organisiert sein und du musst auch nicht alles allein schaffen.
Als Ordnungscoach unterstütze ich Frauen mit ADHS beim Aussortieren, Entscheiden und Einpacken. Gemeinsam gehen wir Schritt für Schritt vor. Ich helfe dir, den Überblick zu behalten und nur das mitzunehmen, was du in deinem neuen Zuhause wirklich brauchst oder schätzt.
So wird der Umzug nicht plötzlich einfach. Aber er wird übersichtlicher, ruhiger und besser machbar.
Möchtest du bei deinem Umzug begleitet werden? Dann buche gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch. Gemeinsam schauen wir, welche Unterstützung dir am meisten Entlastung bringt.
