top of page

Impulskäufe bei ADHS: Wie weniger Konsum dein Zuhause entlastet

  • susilopezalder
  • 24. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

Impulskäufe bei ADHS können dazu führen, dass immer mehr Dinge ins Zuhause kommen, obwohl du regelmässig aussortierst.


Du hast aussortiert, Schubladen geleert und wieder Platz geschaffen. Für einen Moment fühlt sich alles leichter an.


Doch nach einigen Wochen sind die Schränke wieder voll. Auf dem Tisch liegen neue Dinge und in einer Ecke stehen Pakete, deren Inhalt noch keinen festen Platz gefunden hat.


Vielleicht fragst du dich dann:

Warum schaffe ich es nicht, die Ordnung zu halten?


Die Antwort ist nicht immer ein fehlendes Ordnungssystem. Oft kommen einfach mehr Dinge in dein Zuhause, als wieder hinausgehen.


Deshalb beginnt dauerhafte Ordnung nicht erst beim Aussortieren. Sie beginnt oft schon beim Einkaufen.


Aussortieren allein reicht oft nicht


Aussortieren kann sehr befreiend sein. Du entscheidest, was bleiben darf und was du nicht mehr brauchst. Dadurch entsteht Platz und du bekommst wieder einen besseren Überblick.


Wenn danach aber regelmässig neue Kleider, Dekorationen, Vorräte oder Pflegeprodukte dazukommen, wird es schnell wieder eng.


Das bedeutet nicht, dass du nie mehr etwas kaufen darfst. Es geht darum, bewusster zu entscheiden, was wirklich in dein Zuhause und in dein Leben passt.

Denn jeder Gegenstand braucht später deine Aufmerksamkeit.


Du musst ihn auspacken, versorgen, reinigen und irgendwann wieder aussortieren oder entsorgen.


Wenn du bereits erschöpft bist, kann jeder zusätzliche Gegenstand zu einer weiteren Aufgabe werden.


Einkaufsliste auf einem Küchentisch für bewusstes Einkaufen und weniger Impulskäufe bei ADHS

Warum Impulskäufe bei ADHS häufiger vorkommen können


Nicht jede Frau mit ADHS kauft zu viel ein. Viele kennen aber das Gefühl, etwas zu sehen und es sofort haben zu wollen.


Vielleicht begeistert dich eine neue Idee und du kaufst direkt das passende Zubehör. Vielleicht entdeckst du ein Kleidungsstück, das dir ein gutes Gefühl gibt. Oder du bestellst etwas, weil du müde, gelangweilt oder frustriert bist.


Im Moment des Kaufens fühlt es sich gut an. Die Freude ist sofort da. Die Folgen kommen erst später.


Impulsivität kann bei ADHS eine Rolle spielen. Schnelle Einkaufsmöglichkeiten machen spontane Käufe zusätzlich leicht.


Onlineshops, Newsletter, gespeicherte Zahlungsdaten und TWINT ermöglichen einen Kauf innerhalb weniger Sekunden.


Deshalb hilft es oft nicht, sich einfach mehr Disziplin vorzunehmen.


Hilfreicher ist es, den Weg zum spontanen Kauf etwas schwieriger zu machen.


Beobachte dein Kaufverhalten


Bevor du das nächste grosse Aussortieren planst, beobachte während einer Woche deine Einkäufe.


Du musst noch nichts verändern. Es geht nur darum, genauer hinzuschauen.


Was kaufst du besonders häufig?


Wann kaufst du spontan ein?


Kaufst du eher am Abend, wenn du müde bist?


Bestellst du Dinge, wenn du dich überfordert oder unruhig fühlst?


Welche Produkte ziehen dich besonders an?


Versuche, dich dabei nicht zu verurteilen. Du möchtest verstehen, was geschieht. Nicht dich dafür bestrafen.



Melde dich von Newslettern ab


Newsletter erinnern dich regelmässig an Produkte, die du vorher vielleicht gar nicht vermisst hast.


Nur heute günstiger.


Nur noch wenige Stück verfügbar.


Das könnte dir auch gefallen.


Solche Nachrichten sollen eine schnelle Entscheidung auslösen.


Melde dich deshalb von Newslettern ab, die dich immer wieder zum Einkaufen verleiten.


Wenn du später wirklich etwas brauchst, kannst du gezielt danach suchen.


Verzichte auf Werbung im Briefkasten


Auch Prospekte und Kataloge können neue Wünsche wecken.


Ein Stopp Werbung Kleber am Briefkasten sorgt dafür, dass weniger Werbung in dein Zuhause kommt.


So schützt du dich nicht nur vor spontanen Käufen. Du hast auch weniger Papier, das du anschauen oder entsorgen musst.


Lösche Shopping Apps


Shopping Apps machen das Einkaufen besonders einfach.


Lösche Apps, bei denen du häufig spontan einkaufst. Du kannst auch gespeicherte Kreditkarten und Zahlungsangaben entfernen.


So musst du deine Angaben bei jedem Kauf neu eingeben.


Diese kleine Unterbrechung gibt dir Zeit, nochmals über den Kauf nachzudenken.


Kaufe mit einer Einkaufsliste ein


Eine Einkaufsliste hilft dir, dich auf das zu konzentrieren, was du wirklich brauchst.


Schreibe die Liste möglichst zu Hause. Dort kannst du vorher prüfen, was bereits vorhanden ist.


Das ist besonders bei Lebensmitteln, Pflegeprodukten und Haushaltsartikeln hilfreich. Oft kaufen wir Dinge doppelt, weil wir im Geschäft nicht mehr wissen, was zu Hause steht.


Entdeckst du etwas, das nicht auf deiner Liste steht, musst du es nicht sofort kaufen. Fotografiere es oder schreibe es auf eine Wunschliste.


Du kannst später immer noch entscheiden.


Nutze die 48 Stunden Regel


Für Dinge, die du nicht dringend brauchst, kannst du eine Wartezeit von 48 Stunden einführen.


Lege den Artikel in den Warenkorb, aber schliesse den Kauf noch nicht ab.


Nach zwei Tagen fragst du dich nochmals:


Möchte ich es immer noch?


Brauche ich es wirklich?


Habe ich bereits etwas Ähnliches?


Wo werde ich es zu Hause aufbewahren?


Oft ist die erste Begeisterung dann bereits kleiner.


Bei teureren Anschaffungen darf die Wartezeit auch eine Woche oder länger sein.


Bezahle häufiger mit Bargeld


Mit Bargeld wird sichtbarer, wie viel Geld du ausgibst.


Du siehst, wie das Geld im Portemonnaie weniger wird. Bei einer Karte oder bei TWINT fehlt dieses Gefühl oft.


Du könntest für bestimmte Bereiche einen festen Betrag in bar einplanen. Zum Beispiel für Kleider, Freizeit oder kleine Einkäufe.


Ist das Geld aufgebraucht, wartest du bis zum nächsten Monat.


Das ist keine Strafe. Es ist eine klare Grenze, die dir eine Entscheidung abnimmt.


Begrenze TWINT


TWINT ist praktisch. Gerade deshalb kann es spontane Käufe erleichtern.


Du musst TWINT nicht vollständig löschen. Vielleicht brauchst du es für das Parkieren oder für andere Dinge im Alltag.


Du könntest den Betrag begrenzen, den du pro Monat über TWINT ausgeben möchtest.


Auch das Entfernen der App vom Startbildschirm kann helfen. So öffnest du sie weniger automatisch.


Frage dich, wo der Gegenstand seinen Platz bekommt


Diese Frage ist besonders wichtig:


Wo wird dieser Gegenstand bei mir zu Hause seinen festen Platz haben?


Nicht irgendwo im Schrank.


Nicht später räume ich das auf.


Sondern ganz konkret:


In welcher Schublade, in welchem Regal oder in welcher Box wird er aufbewahrt?


Ist dort kein Platz vorhanden, kannst du den Gegenstand nicht kaufen, zuerst etwas anderes aussortieren oder mit dem Kauf warten.


So verhinderst du, dass neue Dinge auf Tischen, Stühlen oder am Boden liegen bleiben.


Weniger kaufen bedeutet nicht verzichten


Weniger Konsum soll sich nicht wie eine Strafe anfühlen.


Es geht nicht darum, nichts Schönes mehr zu besitzen oder dir nie wieder etwas zu gönnen.


Es geht darum, Dinge auszuwählen, die du wirklich brauchst, benutzt oder gerne hast.


Je weniger unnötige Dinge in dein Zuhause kommen, desto weniger musst du später aussortieren, ordnen und verwalten.


Das entlastet deine Schränke, deinen Kopf, deine Energie und dein Budget.


Beginne mit einer kleinen Veränderung


Du musst nicht alle Tipps gleichzeitig umsetzen.


Wähle einen Schritt, der sich für dich machbar anfühlt.


Du könntest heute drei Newsletter abbestellen.


Du könntest eine Shopping App löschen.


Du könntest deine nächste Einkaufsliste zu Hause schreiben.


Oder du könntest beim nächsten spontanen Wunsch die 48 Stunden Regel ausprobieren.


Eine kleine Veränderung ist besser als ein strenger Plan, der dich nach wenigen Tagen überfordert.


Dauerhafte Ordnung entsteht nicht durch Perfektion.


Sie entsteht durch Entscheidungen, die zu dir und deinem Alltag passen.


Und manchmal beginnt die wichtigste Entscheidung schon, bevor ein neuer Gegenstand überhaupt in dein Zuhause kommt.


Du wünschst dir Unterstützung?


Wenn dich zu viele Dinge belasten und du nicht weisst, wo du beginnen sollst, begleite ich dich gerne.


Wir schauen gemeinsam, was du wirklich brauchst, was gehen darf und welche einfachen Lösungen zu deinem Alltag passen.


Ohne Druck und ohne den Anspruch, dass danach alles perfekt sein muss.




bottom of page