Schulsachen aussortieren: Was darf bleiben und was kann weg?
- susilopezalder
- 7. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Schulsachen aussortieren ist kurz vor den Sommerferien für viele Familien eine Herausforderung.
Plötzlich kommen Ordner, Hefte, Prüfungen, Zeichnungen und viele lose Blätter nach Hause. Innerhalb kurzer Zeit entsteht ein grosser Stapel und die Frage ist: Was darf bleiben und was kann weg?
Gerade wenn du selbst ADHS hast oder erschöpft bist, kann dieser Berg schnell zu viel werden. Es sind nicht nur viele Sachen. Du musst auch bei jedem Heft und jedem Blatt eine Entscheidung treffen. Das kostet Kraft.
Die gute Nachricht ist: Du musst nicht alles aufbewahren und auch nicht alles an einem Tag erledigen.
Die Kinder dürfen mitentscheiden
Ich finde es wichtig, die Schulsachen gemeinsam mit den Kindern anzuschauen.
Es sind ihre Erinnerungen. Deshalb sollten sie mitentscheiden dürfen, was ihnen wichtig ist und was gehen kann.
Dabei zeigt sich oft etwas Spannendes: Wenn Kinder bereits einige Jahre in der Schule sind, können sie sich plötzlich gut von Sachen aus dem Kindergarten trennen. Was früher unbedingt bleiben musste, ist heute vielleicht gar nicht mehr so wichtig.
Das macht das Aussortieren mit der Zeit leichter.

Eine Erinnerungskiste pro Kind
Bei uns hat jedes Kind seit dem Kindergarten eine grosse Kiste mit seinem Namen.
Nach jedem Schuljahr schauen wir gemeinsam, welche Sachen in diese Kiste kommen dürfen. Die Kiste gibt uns eine klare Grenze.
Wenn sie voll ist, schauen wir wieder hinein und entscheiden, was nicht mehr wichtig ist.
Das hilft, weil wir nicht jedes Jahr eine neue Kiste beginnen. Wir bewahren nur eine begrenzte Auswahl auf.
Gerade bei ADHS können solche festen Grenzen sehr entlastend sein. Du musst nicht jedes Mal neu überlegen, wie viel Platz Erinnerungen bekommen dürfen. Die Kiste zeigt dir, wann es genug ist.
Schulsachen aussortieren: Was darf bleiben?
Das ist bei jedem Kind anders.
Bei uns bleiben oft einige besondere Zeichnungen, Aufsatzhefte und manchmal der Prüfungsordner. Es kommt auch darauf an, wie das Schuljahr war und woran das Kind später vielleicht gerne zurückdenken möchte.
Die Zeichnungen bewahren wir in einer separaten Zeichnungsmappe pro Kind auf. So bleiben sie glatt und sind an einem Ort gesammelt.
Es gibt aber keine feste Regel, was eine Familie aufbewahren muss.
Ein Kind möchte vielleicht sein erstes Rechenheft behalten. Ein anderes hängt an einem Bild oder an einem besonderen Text. Wichtig ist nicht, was andere Familien machen. Wichtig ist, was deinem Kind etwas bedeutet.
Diese Fragen können beim Entscheiden helfen
Du kannst dein Kind fragen:
Möchtest du dir das später nochmals anschauen?
Bist du stolz darauf?
Erinnert dich das an etwas Besonderes?
Würdest du es vermissen, wenn es nicht mehr da wäre?
Passt es noch in deine Erinnerungskiste?
Wenn dein Kind bei fast allem sagt, dass es bleiben soll, könnt ihr zuerst nur die wichtigsten Sachen auswählen. Manchmal hilft es auch, die Entscheidung an einem anderen Tag nochmals anzuschauen.
Nicht alles muss für immer bleiben
Viele Eltern behalten Schulsachen aus schlechtem Gewissen.
Vielleicht denkst du, dass du später bereuen könntest, etwas weggeworfen zu haben. Oder du möchtest die Arbeit deines Kindes würdigen.
Aber Wertschätzung bedeutet nicht, dass jedes Heft für immer aufbewahrt werden muss.
Einige bewusst ausgewählte Erinnerungen sind später oft schöner als mehrere volle Ordner, die nie mehr geöffnet werden.
Du darfst auswählen.
Du darfst Platz schaffen.
Und du darfst darauf vertrauen, dass nicht jede Erinnerung an einem Gegenstand hängt.
Was weg darf, sollte auch wirklich gehen
Dieser Punkt ist besonders wichtig.
Die aussortierten Sachen sollten nicht noch mehrere Wochen in einer Tasche, einer Ecke oder im Keller liegen bleiben. Sonst ist die Entscheidung zwar getroffen, aber die Sachen belasten dich weiterhin.
Lege Altpapier und Abfall direkt bereit. Sobald ihr fertig seid, wird alles entsorgt.
So entsteht wirklich Platz.
Wenn du sensible Unterlagen wie Prüfungen oder Blätter mit persönlichen Angaben entsorgst, kannst du sie vorher zerreissen oder schreddern.
Den Schulsack gleich vollständig ausräumen
Wenn ihr schon bei den Schulsachen seid, lohnt es sich, auch den Schulsack vollständig auszuräumen.
Leere wirklich jedes Fach.
Dabei kommen manchmal erstaunliche Dinge zum Vorschein. Alte Znünireste, zerknitterte Zettel, leere Verpackungen, einzelne Farbstifte oder Sachen, die schon lange vermisst wurden.
Danach kann der Schulsack gereinigt und leer in die Ferien gehen.
Das fühlt sich gut an. Das alte Schuljahr ist abgeschlossen und nach den Ferien kann dein Kind neu starten.
Mach es dir so einfach wie möglich
Du musst nicht alle Schulsachen auf einmal sortieren.
Beginne zum Beispiel nur mit einem Ordner. Oder stelle zuerst alles an einem Ort zusammen. Vielleicht schafft ihr an einem Tag nur die Zeichnungen und an einem anderen Tag die Hefte.
Auch kleine Schritte zählen.
Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht darum, eine Lösung zu finden, die für dich und deine Familie funktioniert.
Am Ende müssen nicht alle Erinnerungen bleiben.
Ein paar bewusst ausgewählte Sachen reichen oft völlig aus, um sich später an diese Zeit zu erinnern.
Fällt dir das Aussortieren und Organisieren zu Hause schwer?
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